Wer im deutschen Graumarkt für Online-Glücksspiel informiert spielen möchte, sollte die folgenden Fachbegriffe kennen:
GlüStV 2021 (Glücksspielstaatsvertrag)
Der seit Juli 2021 gültige Staatsvertrag regelt Online-Glücksspiel in Deutschland auf Bundesebene. Er legt Anforderungen für GGL-Lizenzen fest und definiert Schutzmaßnahmen wie OASIS, das 1-Euro-Spin-Limit und die 5-Sekunden-Regel für Spielautomaten. Offshore-Casinos ohne GGL-Zulassung unterliegen diesem Vertrag als Betreiber — nicht als Spieler.
GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder)
Die GGL ist die seit Juli 2022 aktive zentrale Aufsichtsbehörde für Online-Glücksspiel in Deutschland mit Sitz in Halle (Saale). Sie vergibt deutsche Lizenzen, überwacht lizenzierte Anbieter und kann Sperrverfügungen gegen nicht lizenzierte Offshore-Casinos aussprechen.
OASIS (Online-Abfragesystem für Interaktive Spiele und Sperreinträge)
Das zentrale Sperrsystem, an das alle GGL-lizenzierten Casinos angebunden sein müssen. Spieler können sich selbst sperren lassen — die Sperre gilt dann automatisch für alle angebundenen Anbieter. Offshore-Casinos ohne GGL-Lizenz sind nicht OASIS-angebunden.
Curaçao Gaming Authority (CGA)
Der wichtigste Regulator für internationale Online-Casino-Lizenzen außerhalb der EU. Die CGA führt seit 2023 strengere Regulierungsstandards ein. Curaçao-Lizenzen sind international anerkannt, bieten aber weniger Spielerschutz als EU-Lizenzen (MGA, UKGC).
Anjouan Gaming Board
Regulator auf der Insel Anjouan (Komoren, Indischer Ozean). Anjouan-Lizenzen sind weniger bekannt, aber in der iGaming-Branche verbreitet. Regulierungsstandards sind weniger streng als bei der CGA oder MGA — KYC und AML-Anforderungen variieren.
RTP (Return to Player)
Die theoretische Auszahlungsquote eines Slots oder Tischspiels in Prozent. Ein RTP von 96 Prozent bedeutet: Langfristig werden 96 Euro von 100 Euro Einsatz an Spieler ausgeschüttet. Bei GGL-Casinos extern auditiert; bei Curaçao-Casinos nur vom Provider verifizierbar.